. .

Mischungen und ihre Präferenzen


Mischerbigkeit oder wie es sich anfühlt, zwischen „Baum und Borke“ zu sein

 

So wie die Begriffe „Rechts“ und „Links“ gesellschaftliche (und historische) Kontexte spiegeln, werden sie zum Bestandteil unserer Sozialisation, Entwicklung und Erziehung und sind kaum auszublenden, wenn es darum geht, den Seitigkeitsstatus der Persönlichkeit aufzunehmen.

  • Die gesellschaftliche Zuschreibung der „richtigen“ Hand meint die Seitigkeitsbevorzugung der Wohlfühl- oder auch der Trainingshand (- und Körperseite).
  • Die biologische Zuordnung wird mit Einbezug der Mendelschen Gesetze vorstellbarer, wenn es um die Beobachtung, die Erkennung und das Verständnis der Mischerbigkeit geht.

  •  Elternpaare sind nicht nur rechtshändig  (RR) sondern auch linkshändig (LL).

  •  Damit kann die gemischte Linie (heterozygot) bereits in der ersten Generation (RL/LR) entstehen.

  • So eindeutig, wie diese Suche nach der individuellen Wohlfühlseite für das rechtshändige (RR) wie das linshändige (LL)  Kind sein mag, so schwierig kann sich dieses für das mischerbige Kind (RL/LR) gestalten. 

 

Das mischerbige Kind in seiner Entwicklung

Gerade weil mischerbige Kinder die Komponenten beider Seitigkeitspräferenzen (RR und LL) in ihren neurobiologischen Grundlagen (Auge- Ohr- Hand- Fuß) anteilig mitbringen, benötigen sie in ihrem Seitigkeitsfindungsprozess individuelle Entwicklungsräume, um sich und ihre individuelle Wohlfühlseite zu strukturieren und stabilisieren zu lernen.

  • Hier erweist es sich als förderlich, die vorhandenen und erkannten Dominanzen und die dazugehörigen Fähigkeitsmerkmale in der Umwelt positiv zu stärken.

  • Das mischerbige Kind  benötigt wegen seiner ausgeprägten sensitiven Ausstattung die besondere Aufmerksameit.

  • In dieser Weise  wird es seinen Seitigkeitsfindungsprozess zum positiven Abschluss bringen, sobald es sich so wie es ist, angenommen fühlt.

  • Je sicherer und verlässlicher die regelhaften Umweltbedingungen sich für das Kind gestalten, umso leichter findet es sich.

 

Lern- Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten bei mischerbigen Persönlichkeiten

  • Sofern die Lateralisation der paarigen Organe nicht im harmonischen Gleichgewicht der Gehirnhälften mündet, sondern in der symmetrischen Struktur, entfällt das Bedürfnis, kreuzende Bewegungen zu strukturieren. Das typische Bewegungsmuster ist hier parallel, wie es Josefine Kramer beschrieb.
  • Die Expertenaufgabe besteht darin, die mit dieser Situation einhergehende Blockierung zu finden, die Deblockierung einzuleiten und die kreuzende Strukturen wieder zu aktivieren und im Hirnleistungs- und Lerntraining zu stabilisieren 


Weitere Links auf meiner Website

Die Lateralisation
Der Seitigkeitsfindungsprozess, ein ganzheitlicher Lern- und Selbstfindungsprozess

Das Schielen

KCR/08-15: Dominanzen sinnvoll fördern




„ Während sich die undifferenzierte Symmetrie bei allen Tieren bis heute erhalten hat, entwickelte sich der Mensch mit dem Augenblick der Sprachbildung zum typischen Einhänder............Die Rechts-bzw.Linkshändigkeit ist ein integrierender Bestanteil der geistigen Aufwärtsentwicklung der Menschhheit.“ (Kramer, J. 1961 S.33)