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Hermann Hesse: Eigensinn macht Spaß

Quelle: Insel Verlag 2012


Anregungen zum bewussten Leben mit den „eigenen Sinnen“

Heute empfehle ich die Lektüre des Lesebuches „Eigensinn macht Spaß“ von Hermann Hesse, das von Volker Michels im Insel Verlag 2002 herausgegeben wurde.


Wirkungsvoll stellen Textauszüge aus Hesses Werken und dazu passende Tagebucheinträge  seine Persönlichkeit ins Zentrum der Auseinandersetzung mit dem Begriff des «Eigensinns». 

Hesses Suche nach seinem «Selbst» war für ihn voraussetzend um sich, seine «eigenen Sinne» wie die damit verbundenen Begabungsstärken zur Entfaltung bringen zu können. Er stellte der gesellschaftlich negativ besetzten Bedeutung des «Eigensinns» sein positives Bedeutungsverständnis gegenüber. 

 

Einladung zur Hinterfragung des «Eigensinns» 

Zu erfahren ist, wie Hermann Hesse als hochsensibles und hochbegabtes Kind aufwuchs, das in seiner außergewöhnlichen Wahrnehmungsfähigkeit und in seiner altersüberdurchschnittlichen Sprachlichkeit auffiel, was zu seiner Zeit als «negativ- eigensinnig» galt.

Grenzerfahrungen, Missverständnisse wie sein Außenseiterdasein kennzeichneten seine  Kindheit und Jugendzeit. Hesse durchlebte Ausgrenzung, schwerste körperliche Sanktionen, Leidens- und Demütigungserfahrungen, Teufelsaustreibung bis hin zum Selbstmordversuch. Trotz aller Widerstände ließ er sich das ihm Wichtigste nicht nehmen: Zu denken, was und wie er wollte. 

Beim Lesen des Buches kristallisiert sich heraus, wie Hesses «positiver Eigensinn»  ihm zum resilienzfördernden Regulativ darin wurde, sich, sein Denken und seine Sprache ein Leben lang immer wieder neu infrage zu stellen.

Und so kleidete er die Protagonisten seiner Romane mit  seinem Eigensinn, mit seiner ausgeprägten Willenskraft und seinen Begabungsstärken als selbst Handelnde ein. Auf diese Weise bewies er uns, seinen Lesern, wie fragil die Selbstfindung  der Anpassung gegenüberstehen kann.

 

Anregung zur positiven Reflektion der «eigenen Sinne»

Die Besonderheit der Lektüre erschließt sich in der Kombination der Textauswahl von Volker Michels, mit der die Innenansicht von Hesses komplexer Wahrnehmungs- und Gedankenwelt in Bezug auf sein Werk und sein Leben gegeben ist.
Die handschriftlich eingefügten Gedichte runden dieses tolle Lesebuch
 in klaren, wirkungsvollen Worten  ab.

Wäre es Hermann Hesse nicht gelungen, seine «eigenen Sinne» in Verbindung mit seinen einzigartigen Fähigkeiten zu entdecken und zu verwirklichen, gäbe es sein umfangreiches Werk, das bis heute weltweit gelesen wird, nicht. 

Das Lesebuch «Eigensinn macht Spaß» motiviert zum positiven Denken dahingehend den «eigenen Sinnen» unbedingt nachzugehen, was nichts anderes bedeutet als das zu leben, wofür wir «brennen».



Weitere Links

  • Auch Günter Grass lebte nach seinen «eigenen Sinnen» 

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden."
Hermann Hesse 1877- 1962

 





Literaturhinweis: 

Hermann Hesse: Eigensinn macht Spaß 
Insel- Verlag 2002, 8. Auflage 2012